Integration im GaLaBau

Integration im GaLaBau

Wie ein Betrieb und ein Geflüchteter gemeinsam wachsen

Ein Weg voller Motivation, Herausforderungen – und Chancen

Hawkar Faris stammt aus dem Irak. Seit vier Jahren lebt er in Deutschland und ist derzeit im 3. Ausbildungsjahr zum Landschaftsgärtner bei der Majuntke GmbH & Co. KG in Mainburg. Was ihn und seinen Ausbildungsbetrieb verbindet: gegenseitiger Respekt, Motivation – und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Dieser Weg war nicht immer einfach. Aber er zeigt eindrucksvoll, wie sich Engagement und Offenheit für beide Seiten lohnen können – für Auszubildende mit Migrationsgeschichte ebenso wie für Betriebe, die neue Wege in der Fachkräftesicherung gehen.

Motiviert in den GaLaBau: Warum Hawkar den richtigen Beruf gefunden hat

Hawkar Faris wusste schon früh, dass er etwas Handfestes machen möchte. Die Arbeit im GaLaBau – draußen, im Team, mit sichtbarem Ergebnis – entspricht genau seinem Wunsch. Besonders beeindruckt ist er von der Vielfalt der Projekte bei Majuntke: von öffentlichen Großbaustellen wie Schulen oder Sportplätzen auf Dächern bis hin zu aufwendigen Außenanlagen für Wohnanlagen oder Firmen.

Hawkar steht in einer Baggerschaufel

Der Betrieb realisiert Projekte mit Bauvolumen zwischen 500.000 und mehrere Millionen Euro – eine Umgebung, in der Hawkar jeden Tag dazulernt und praktische Erfahrung sammelt. Seine Kolleginnen und Kollegen schätzen seine Begabung, sein Interesse und seine Motivation. „Wenn er fehlt, merken wir das“, berichtet Frau Puglisi, Personalreferentin des Betriebs.

So hat Majuntke Hawkar Faris gefunden – und unterstützt

Der Weg zu Hawkar war kein Zufall. Der Betrieb engagiert sich seit Jahren aktiv für die Nachwuchsgewinnung – etwa durch Schulbesuche, bei denen der Beruf des Landschaftsgärtners vorgestellt wird. Dennoch: Die Azubi-Zahlen gehen zurück. Während 2023 noch fünf Azubis starteten, ist derzeit nur noch Hawkar im Betrieb. Umso mehr freut sich Majuntke über jeden jungen Menschen, der den Weg in den GaLaBau findet – egal ob mit deutschem Schulabschluss oder Migrationsgeschichte.

Hawkar auf der Baustelle

Social Media, Stellenplattformen in Form von Apps, und der Besuch von Ausbildungsmessen bringen bislang wenig Rücklauf. Umso wichtiger ist der persönliche Kontakt: Hawkar war bereits in Deutschland, wohnte in Schierling bei Regensburg, und kam durch direkte Gespräche mit der Willkommenslotsin Frau Liebe mit dem Betrieb in Kontakt. 

Bürokratie & Begleitung: So gelingt der Start

Die Einstellung eines Geflüchteten brachte auch Herausforderungen mit sich. Hawkar war zum Zeitpunkt der Bewerbung geduldet – sein Aufenthaltsstatus war also nur vorübergehend geregelt. Die Ausländerbehörde und insbesondere die Willkommenslotsin, Frau Liebe, unterstützten bei der Klärung der Arbeitserlaubnis. 

Hawkar mit seinen Ausbildern

Integration im GaLaBau-Team: So gelingt erfolgreiche Zusammenarbeit

Hawkar wurde vom ersten Tag an im Team aufgenommen. Die Zusammenarbeit in seiner festen Kolonne funktioniert hervorragend. Vorbehalte im Team? Fehlanzeige. Der Betrieb ist ohnehin international aufgestellt – Kolleg*innen aus Polen und dem Kosovo gehören seit Langem dazu.

Im Alltag stellen Sprachbarrieren manchmal noch eine Herausforderung dar – insbesondere bei schriftlichen Aufgaben oder in Prüfungssituationen. Doch Hawkar besucht zwei Deutschkurse: Einen Sprachkurs sowie einen vom Verband organisierten Onlinekurs.

Erfahrungen & Empfehlungen für die Integration von Geflüchteten

Frau Puglisi zieht ein klares Fazit: „Wir würden wieder jemanden aus dem Ausland einstellen.“

Auch wenn der Weg mit mehr Bürokratie verbunden ist und der Kontakt zur Ausländerbehörde zusätzlichen Aufwand bedeutet – das Ergebnis spricht für sich.

Bürokratie bedeutet Arbeitsbelastung im GaLaBau


Ihr Appell an andere Betriebe im GaLaBau: „Traut euch. Auch wenn es doppelt so viel Arbeit bedeutet – es lohnt sich, besonders menschlich.“ Was sich Majuntke aber dringend wünscht: mehr Unterstützung durch Politik und Verwaltung.

Ein weiteres wichtiges Anliegen spricht Frau Puglisi deutlich an: Betriebe, die jungen Menschen mit Migrationsgeschichte eine Chance geben, investieren oft besonders intensiv in deren Ausbildung. Viele dieser Auszubildenden bringen große Motivation und praktische Begabung mit – stehen aber vor schulischen Hürden, insbesondere bei sprachlastigen Prüfungs- und Textaufgaben. Um dem Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen, braucht es deshalb nicht nur Offenheit und Engagement seitens der Betriebe. Auch Bildungseinrichtungen sind gefordert, die besonderen Herausforderungen dieser jungen Menschen zu erkennen – und ihre Angebote entsprechend anzupassen. Nur so kann aus gutem Willen echte Integration werden – und aus Potenzial echte Fachkraft.